Jesko Raffin: "Ein unbeschreiblich tolles Gefühl"

(Bildquelle: infoticker)

Der 20-jährige Zürcher Jesko Raffin fuhr am Samstag in Australien sein stärkstes Qualifying in seiner noch jungen Grand Prix Karriere - Startplatz fünf auf dem ultraschnellen Phillip Island Circuit.

Nach zwei sonnigen Tagen am Mittwoch und Donnerstag schlug bis zum Freitagmorgen das Wetter um. Es waren tatsächlich garstige Bedingungen, die das Geschehen am ersten Trainingstag auf dem sonst so malerischen Phillip Island Circuit bestimmten. Neben zum Teil heftigen Regenschauern waren die Temperaturen viel zu kalt, um vernünftig Motorradrennen zu fahren. Das erste Freie Training wurde bei noch halbwegs vertretbaren Verhältnissen abgewickelt, bevor am frühen Nachmittag mehr oder weniger Land unter angesagt war und die zweite Session gestrichen werden musste.

Die Streckenverhältnisse zum Zeitpunkt des Qualifying am Samstag waren wegen der kalten Temperaturen erneut äusserst schwierig. Doch Jesko Raffin kam damit offenbar gut zurecht. Zu seiner eigenen Überraschung zählte er während des 45-minütigen Zeittraining zu den Pacesettern. Raffin legte sogar zwei Mal die Bestzeit vor. Sein Vorhaben in den Schlussminuten nochmals auf Zeitenjagd zu gehen, wurde allerdings durch einen Sturz zunichtegemacht. Die Basis für diesen tollen Erfolg wurde mit soliden und konstanten Leistungen in den Freien Trainings geschaffen, die allerdings bei wechselhaften Bedingungen stattfanden.

Die Startzeit für das 16. Saisonrennen ist wegen der grossen Zeitdifferenz zu Europa für Sonntagnachmittag um 14:20 Uhr Ortszeit, also 5:20 Uhr MEZ, angesetzt.

Ein überglücklicher Raffin 

"Ich bin ehrlich gesagt überwältigt und freue mich riesig über dieses Quali-Ergebnis. Doch ich bin heute offenbar mit dem richtigen Fuss aufgestanden. Schon das Freie Training am Vormittag lief super, ich war lange Zeit auf P3. Erst zum Schluss haben wir uns hinsichtlich der Reifenwahl etwas vertan, als wir die Session mit Regenreifen zu Ende fuhren, während viele Anderen mit Slicks rausgingen.

Für das Qualifying gab es nur einen Plan, nämlich aufgrund der unsicheren Wettersituation von Beginn an kräftig am Kabel ziehen und die trockenen Bedingungen für eine Zeitenjagd nutzen. Diese Taktik ist gut aufgegangen, sowie ich von Beginn an ein gutes Gefühl hatte. Nach dem Stopp legte ich mit neuen Reifen die Bestzeit vor. Das war ein unbeschreiblich tolles Gefühl, meinen Namen für eine Weile auf P1 zu sehen.

Kurz vor Ende der Session haben wir nochmals einen Boxenstopp eingelegt und erneut wollte ich mit einem neuen Reifen auf Zeitenjagd gehen. Doch in meiner Out-Lap habe ich zu stark gepusht und dabei ist mir in Kurve acht das Vorderrad weggerutscht. Der Sturz war leider unvermeidlich und es tut mir auch leid, dass ich meiner Crew eine Nachtschicht verschafft habe.

Aber ansonsten bin ich mit meiner heutigen Performance über alles zufrieden. Das mit Abstand beste Quali-Ergebnis verleiht natürlich ein Hammergefühl für den Renntag. Einen grossen Dank an mein Team für die grossartige Unterstützung und den Job, den sie abgeliefert haben. Meine Rennmaschine war jederzeit top vorbereitet."