Der heute veröffentlichte Bericht stellt der Schweizer Landwirtschaft ein schlechtes Zeugnis aus. Gab es noch merkbare Verbesserungen des durch die Landwirtschaft beeinflussten Umweltzustands zwischen 1990 und 2000, stagniert die Umweltbelastung seither auf hohem Niveau.
Ungebremster Artenschwund im Schweizer Kulturland, Gewässer voller Pestizide und ein exorbitanter Import von Futtermitteln und damit Nährstoffen, die die gesamte Schweiz überdüngen: Der heute veröffentlichte Bericht zeichnet ein erschreckendes Bild.
Gleichzeitig geben Schweizer Steuerzahlerinnen und Steuerzahler jährlich 2.8 Milliarden Franken allein für Landwirtschaftssubventionen aus. "Bei einem der höchsten Stützungsgrade der Welt sollte die Landwirtschaft die Umwelt schonen und nicht zerstören", sagt Daniela Hoffmann, Landwirtschaftsexpertin beim WWF Schweiz. "Erst wenn die Umweltziele Landwirtschaft erreicht sind, darf die Schweizer Landwirtschaft ihren grünen Mantel zu recht tragen".
Der WWF fordert eine Agrarpolitik, die sich klar an den Umweltzielen orientiert. Werden die Umweltziele weiterhin verfehlt, gefährdet das den Bestand der Produktions- und Lebensgrundlagen wie beispielsweise sauberem Trinkwasser und fruchtbaren Böden.
Kurzfristig muss die ausreichende Finanzierung der Biodiversitätsförderung und eine konsequente Reduktion von Pestiziden und des Nährstoffüberschusses im Zentrum stehen.
Die Umweltziele Landwirtschaft (kurz UZL) beschreiben jenen Zustand der Schweizer Umwelt, der eine langfristige Erhaltung der Ökosysteme gewährleisten soll. Wo diese nicht erreicht werden, werden die Leistungen, die die natürlich und landwirtschaftlichen Ökosysteme für unser Wirtschaften und Überleben zu Verfügung stellen, nicht auf Dauer gesichert.
Die Umweltziele wurden auf der Grundlage bestehenden Rechts hergeleitet und 2008 erstmals publiziert.