Bei der medizinischen Untersuchung konnte festgestellt werden, dass der Gesundheitszustand der Tiere bis auf wenige Ausnahmen recht gut ist. Einer von fünf im Zoo lebenden Affen ist gemäss den Untersuchungen trächtig. Neben den Affen leben im heruntergekommenen Khan Younis Zoo Adlerbussarde, ein Emu, Rehe, Schildkröten, Stachelschweine und ein Tiger. Der Tiger mit dem Namen "Laziz" ist der letzte verbleibende seiner Art in Gaza.
Die Käfige sind unglücklicherweise extrem kleinen, verschmutzt und verfügen über eine unzureichende Wasserversorgung. "Um die Haltungsbedingungen in Khan Younis zu verbessern, haben wir einfache Massnahmen umgesetzt. Wir haben zum Beispiel Beschäftigungsmaterial in einigen Käfigen angebracht", so Dr. Amir Khalil, Einsatzleiter der Mission.
Sicherheit der Käfige überprüft
Neben den medizinischen Behandlungen führte das "Vier Pfoten"-Team auch einen Sicherheitscheck der Gehege durch, um sicherzugehen, dass sowohl die Sicherheit der Tiere, als auch die der Menschen gewährleistet ist. Der Check war dringend notwendig, wie Dr. Khalil bestätigt: "Die Standards bezüglich Tierschutz und Tiermanagement in Khan Younis sind leider katastrophal. Einer der Journalisten, die uns begleitet haben, wurde sogar von einem der Affen gekratzt, weil die Gehege so schlecht abgesichert sind und kein zweiter Zaun vorhanden ist."
Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten konnte der Zoo seine Tiere nicht mehr angemessen versorgen und ausreichend Futter bereitstellen. Um mehr Besucher anzulocken und Einkommen zu generieren, stellte der Besitzer sogar die mumifizierten Körper bereits verstorbener Tiere aus. So erlangte Khan Younis seinen zweifelhaften Ruf als "schlimmster Zoo der Welt". Ziel ist es nun, durch die gewonnen Erkenntnisse vor Ort eine Lösung für die Zukunft aller Tiere im Zoo zu finden.