Die Strategie der NZZ-Mediengruppe sieht vor, dem strukturell rückläufigen Werbemarkt durch Wachstum im Lesermarkt und bei den Business Medien zu begegnen. Diese Strategie beginnt zu greifen. Entgegen dem Markttrend gelingt es der NZZ-Mediengruppe, die Lesermarkterträge zu stabilisieren; im ersten Halbjahr 2016 konnte die Umsatzzunahme aus digitalen Abonnements die rückläufigen Print-Abonnements sogar leicht überkompensieren. Die übrigen Erträge stiegen dank den Business Medien. Dazu trugen im Wesentlichen die international marktführende Online-Community für Architektur und Design Architonic und der führende Bauinformationsdienst Bindexis bei, die in der Vorjahresperiode noch nicht konsolidiert waren.
Im Werbemarkt stiegen zwar die Digitaleinnahmen auch dank neuer Produkte. Der Print-Werbemarkt ging aber um 10 Prozent zurück, was der vergleichbaren schweizerischen Marktentwicklung entspricht. Der Druckbereich war wegen des Verkaufs der Appenzeller Druckerei per Ende März 2015, der Schliessung des Druckzentrums in Schlieren per Juni 2015 sowie des weiterhin herausfordernden Umfelds im Akzidenzdruck rückläufig. In Summe ging der betriebliche Gesamtertrag der NZZ-Mediengruppe im ersten Halbjahr 2016 um 3 Prozent auf 218,6 Mio. Franken zurück.
Der betriebliche Gesamtaufwand reduzierte sich trotz zusätzlichem Aufwand durch die neuen Beteiligungen gegenüber der Vorjahresperiode deutlich um 6 Prozent auf 204,2 Mio. Franken. Die Abnahme ist im Wesentlichen auf Kosteneinsparungen durch die Einstellung des Druckbetriebs in Schlieren zurückzuführen. Hinzu kommen Prozessoptimierungen, reduzierte Unterhaltskosten sowie umsatzbedingt tiefere Druckkosten.
Gewinnsteigerung im ersten Halbjahr
Insgesamt verbesserte sich das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) gegenüber der Vorjahresperiode um 5,9 Mio. Franken oder 70 Prozent auf 14,5 Mio. Franken. Diese Verbesserung zeigt sich auch bei der EBIT-Marge, die um fast drei Prozentpunkte von 3,8 Prozent auf 6,6 Prozent anstieg.
Im ersten Halbjahr 2016 resultiert ein Gruppengewinn von rund 12,0 Mio. Franken. Gegenüber Vorjahr entspricht dies einer Verbesserung um 7,7 Mio. Franken. Entsprechend stieg auch die Umsatzrendite von 1,9 Prozent auf 5,5 Prozent.
Das Eigenkapital inklusive Minderheitsanteile nahm um 6 Prozent auf 275,5 Mio. Franken ab, weil Goodwill-Verrechnungen aus Akquisitionen und Dividendenausschüttungen höher ausfielen als der Gruppengewinn. Dadurch verringerte sich die Eigenkapitalquote gegenüber Jahresbeginn um 1,6 Prozentpunkte auf 63,6 Prozent. «Die NZZ-Mediengruppe verfügt weiterhin über eine kerngesunde Bilanz mit einem hohen Eigenfinanzierungsgrad. Dies gibt uns den Spielraum, um unsere Transformationsstrategie weiterzuführen», erklärt Veit Dengler, CEO der NZZ-Mediengruppe.
Ausblick auf das zweite Halbjahr
Das Marktumfeld in den Bereichen Print-Werbemarkt und Druck wird herausfordernd bleiben. Vor diesem Hintergrund setzt die NZZ-Mediengruppe ihre Strategie fort, mit neuen und verbesserten Angeboten Wachstum im Lesermarkt zu generieren und den Geschäftsbereich Business Medien auszubauen.
Auf der Kostenseite setzt sie weiterhin auf ein straffes Kostenmanagement. Die Einsparungen aus der Schliessung des Druckbetriebs Schlieren werden im zweiten Halbjahr im Vorjahresvergleich geringer ausfallen als dies im ersten Halbjahr der Fall war, da dieser Effekt im zweiten Halbjahr 2015 bereits zum Tragen kam. Um dem Umsatzrückgang im Werbemarkt zu begegnen, nutzt die NZZ-Mediengruppe weitere Synergien etwa, indem sie die angekündigte Zentralisierung der Druckvorstufe umsetzt.