Glarus

PFAS in Glarus – Chemikalien in Böden und Milch nachgewiesen

(Symbolbild)
(Symbolbild) (Bildquelle: Adobe Stock - Microgen)

In Glarus wurden PFAS in Böden sowie in einzelnen Milchproben nachgewiesen. Die Untersuchungen zur Belastung laufen weiter.

Die Fortsetzung der Messkampagne zeigte, dass an vielen Stellen in Glarner Böden die sogenannten Ewigkeitschemikalien PFAS nachweisbar sind. Die Erkenntnisse lassen vermuten, dass die Chemikalien aufgrund unterschiedlicher Pfade in die Umwelt gelangt sind. Auch in einzelnen Milchproben wurden PFAS festgestellt.

Der Kanton Glarus hat zwischen September und Oktober 2025 eine erste Messkampagne zu PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) in Böden durchgeführt. Bei der zweiten Messkampagne im Januar/Februar 2026 lag der Fokus auf Flächen mit möglichen Belastungen durch die Ausbringung von Klärschlamm. Beide Messkampagnen haben das Ziel, die Belastungssituation im Kanton Glarus besser zu verstehen.

Untersuchungen bestätigen Belastungen durch PFAS

Bei allen Proben der beiden Messkampagnen konnte PFAS im Oberboden nachgewiesen werden. Aufgrund einer jüngst veröffentlichten Studie des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) ist anzunehmen, dass die Hintergrundbelastung in Schweizer Böden höher ist als bisher angenommen. Der Grund dafür ist, dass die Studie mehr Böden mit einer bereits vermuteten PFAS-Belastung erfasst hat.

Demzufolge hat die Abteilung Umweltschutz und Energie im Kanton Glarus bewusst Flächen beprobt, welche im Verdacht stehen, dass sie eine Belastung unterschiedlicher Quellen mit PFAS aufweisen. Wie in der nationalen Studie dargelegt, wurden auch im Kanton Glarus die höchsten Konzentrationen auf Flächen mit vermutetem Einsatz von Feuerlöschschaum und vermuteter Ausbringung von Klärschlamm beobachtet. Es gibt jedoch auch Flächen mit vermutetem PFAS-Eintrag, die keine erhöhten Werte aufwiesen.

Untersuchungen werden fortgeführt

In der Schweiz bestehen derzeit keine Grenzwerte für PFAS in Böden oder dem Untergrund. Es können somit noch keine Schlussfolgerungen über die ökologische Verträglichkeit der belasteten Flächen getroffen werden. Der Kanton Glarus steht am Anfang der Untersuchungen. Aktuell finden Untersuchungen von Grundwasser statt, um die Belastung der Umwelt durch PFAS besser abschätzen zu können.

PFAS auch in Milchproben gefunden

Das Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit hat Rohmilch aus der Glarner Milchproduktion auf mögliche Belastungen mit PFAS beprobt. In einer ersten Messkampagne im September/Oktober 2025 wurden fünf Rohmilchproben aus fünf Milchsammelstellen auf PFAS untersucht, wobei eine Probe einen Hinweis auf eine mögliche PFAS-Belastung eines Milchbetriebs ergab.

In einer zweiten Messkampagne im Januar/Februar 2026 wurden gestützt auf die Befunde der Bodenproben risikobasiert drei weitere Rohmilchproben aus drei Milchbetrieben untersucht. Die Resultate lassen vermuten, dass auch diese Betriebe von einer PFAS-Belastung betroffen sind. Die Abteilung Landwirtschaft, das Amt für Lebensmittelsicherheit und Tiergesundheit sowie die Abteilung Umweltschutz und Energie sind im engen Austausch und koordinieren das weitere Vorgehen unter Einbezug der betroffenen Bewirtschafter und Grundeigentümer.

Quelle der Nachricht: Departement Bau und Umwelt