SC Bern - Triple und CHL-Titel?

Der SC Bern strebt in dieser Saison das Triple an und will in der CHL den Final erreichen. Die Karten dafür stehen gut. Doch die Konkurrenz hat in der Sommerpause nachgelegt. Gefordert sind neben Spieler und Trainer auch Sportchef Alex Chatelain.

Der SC Bern konnte in der Sommerpause mit der Vertragsverlängerung von Mark Arcobello ein wichtiges Zeichen setzen. Wichtig dabei war aus der Sicht des Meisters, dass dieser Vertrag keine NHL Klausel beinhaltet. Damit kann Arcobello den Klub während dem nun laufenden Kontrakt nicht einfach verlassen. Schon während der Saison konnte mit Center Andrew Ebbett verlängert werden. Der Kanadier bleibt ebenfalls für zwei weitere Jahre in der Bundeshauptstadt.

Die Zuzüge beim SC Bern hielten sich in der Sommerpause daher in einem übersichtlichen Rahmen. Die beiden Ausländer Positionen wurden mit Mika Pyörälä und Mason Raymond besetzt. Beide haben einen Vertrag über ein Jahr unterschrieben. Mit Pascal Caminada und Marc Kämpf sind zwei Spieler geholt worden, welche dem Kader weitere Tiefe geben. Caminada kommt von Lausanne und soll Leonardo Genoni entlasten. Der Back-Up Torhüter wird den einen oder anderen Einsatz erhalten und kann Genoni, sollte sich dieser Verletzen oder krank sein, valabel ersetzen.

Pascal Caminada wird in Bern als Backup von Leonardo Genoni agieren (Bild: eishockeyticker.ch / Barbara Zimmermann)

Mason Raymond als Fragezeichen

Marc Kämpf kommt von Swiss League Klub und Schweizermeister SC Langenthal. Der Stürmer wird in der Mannschaft der Berner seine Chance zu Einsätzen erhalten. Er soll in der kommenden Saison zeigen, dass er den langjährigen Leader in der Kabine Marc Reichert ersetzen kann. Dies ist keine einfache Aufgabe. Dennoch könnte der Flügel diese mit Bravour erfüllen.

Mit Mason Raymond kommt ein schneller Flügel zum SC Bern. Dieser wird in Bern auf den Aussenbahnen für Tempo sorgen. Das wohl grösste Manko des Flügels ist die physische Komponente. Wird Raymond in einen Zweikampf an der Bande verwickelt, geht er meistens als Verlierer aus diesen hervor. Wenn er in ein Eins-zu-Eins Duell geht, ist er auch hier im Nachteil. Durch seine Schnelligkeit kann dieser den Situationen meistens entrinnen und gefährlich vor das Tor ziehen.

Ein interessanter Spieler dürfte der Finne Mika Pyörälä werden. Diesen kennt Trainer Kari Jalonen aus der Nationalmannschaft. Der Center kann die Aufgabe zugewiesen werden, den neuen Center Gaëtan Haas weiter zu bilden. Dass der Finne dies kann, bewies er schon mehrere Male. Pyörälä ist ein schneller flinker Center, der auch am Flügel spielen kann. Defensiv übernimmt der Finne viel Verantwortung und kann am Bully die Mehrheit dieser gewinnen.

Mika Pyöräla kommt für ein Jahr zu den Bernern (Bild: Henkappet, Wikipedia)

 

Abgänge wurden kompensiert

Die Abgänge beim SC Bern konnten kompensiert werden, auch wenn sie auf den ersten Blick schwer wiegen. Mit Martin Plüss verliess ein Publikumsliebling den SC Bern. Der Center war stark am Bully und auch seine Spielintelligenz war überdurchschnittlich hoch. Defensiv war er eine Bank und gab alles für den amtierenden Meister. Sein Abgang von Bern wurde von den Fans nicht goutiert. Viele hofften, dass sich der Center am Ende mit dem SC Bern einigen könnte.

Die Abgänge von Marc Reichert und David Jobin waren bereits im Verlaufe der letzten Saison Gesprächsthema in der Hauptstadt. Marc Reichert hoffte darauf, dass er bei einem anderen Team die Karriere verlängern könnte, entschied sich jedoch dagegen. Für David Jobin kam diese Option nicht in Frage. Mit deren Rücktritt verliert Bern sehr gute Spieler, konnte diese auf dem Transfermarkt jedoch ersetzen. Damit treibt Sportchef Alex Chatelain die Verjüngung des Teams weiter voran.

 

Marc Reichert musste gehen (Bild: eishockeyticker.ch / Barbara Zimmermann)

Kaum Schwachpunkte im Team der Berner

Schwachpunkte sind in dieser Mannschaft kaum vorhanden. Auf der Torhüter Position sind die Berner stark besetzt. Leonardo Genoni und Pascal Caminada sind eines der besten Torhüter Duos der Liga und wissen, wie man Spiele für sich entscheiden kann.

Die Verteidigung ist mit Eric Blum, Ramon Untersander, Maxim Noreau und Justin Krueger sehr gut besetzt. Dazu ist Beat Gerber ein Verteidiger, der sich in der eigenen Zone wohler fühlt, als in der Offensive. Mit Calle Andersson ist ein weiterer Verteidiger in der Mannschaft, der auch nach vorne seine Akzente setzt. Dazu sollen Tim Dubois, Yanick Burren und Bernd Wolf an die National League herangeführt werden.

Der Sturm ist ein weiteres Prunkstück des Meisters. In einem leichten Upgrade gelang es Alex Chatelain diesen zu verstärken. Neben dem physischen Element wurde vermehrt auf das Spielerische und auf Tempofestigkeit der Stürmer geachtet. Der Meister verfügt mit Alain Berger, Tristan Scherwey, Thomas Rüfenacht und Dario Meyer physische Spieler. Alle vier sind neben der physischen Spielweise auch läuferisch schnell und arbeiten defensiv solide.

Thomas Rüfenacht räumt nicht nur ab (Bild: eishockeyticker.ch / Barbara Zimmermann)

Physiche Spieler welche auch läuferisch überzeugen

Der Meister kann auf allen Positionen auf ausgezeichnete Spieler zurückgreifen. Mit dieser Mannschaft muss das Vordringen in das Finale der Meisterschaft das Ziel sein. Auch in der Champions Hockey League wird der SC Bern eine grosse Rolle spielen können. In der europäischen Liga wollen die Berner in dieser Saison weiter kommen als in der Letzten. Es soll das Finale werden. Ob dem aktuellen Meister dies gelingen kann ist offen. Oft schreibt der Sport eigene Geschichten. Aus der Vergangenheit können einige Beispiele aufgezählt werden. Auch der SC Bern weiss dies.