Die 2011 in Antwerpen geborene, frischgebackene Mutter Mchawi lebt erst seit 2014 im Zoo Basel. Da die genetische Basis des EEP (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm) für Okapis sehr schmal war, entschloss sich der Zoo Basel vor ein paar Jahren in Absprache mit dem EEP, diese Basis auszuweiten, indem er neue Tiere aus den USA importierte und gleichzeitig Tiere aus europäischen Zoos nach Basel holte. Das führte dazu, dass über die folgenen Jahre mehrere Okapis in den Zoo Basel gebracht oder weitergegeben wurden.
Am Ende dieser Rochaden hatten drei Tiere ihr neues Zuhause im Zoo Basel: Neben Mchawi sind dies der Bulle Imba (8), der 2013 aus Dallas kam, und Ebony (5), die 2015 aus Dvur Kralove (in Tschechien) anreiste. Die Zusammenführung fand schrittweise im Antilopenhaus statt. Es ist bei Okapis besonders wichtig, geduldig den richtigen Moment abzuwarten, um die Tiere zusammenzulassen oder zu trennen.
Publikum braucht noch etwas Geduld
Der Beweis, dass sich die viele Arbeit und die Mühen gelohnt haben, steht nun im Antilopenhaus. Nuru scheint ein neugieriges und mutiges Jungtier zu sein: wenn er denn mal nicht schläft, hüpft er in kleinen Bocksprüngen durch die Ställe. Auf der Aussenanlage wird man ihn erst sehen, wenn er etwas älter ist. Noch ist es für den kleinen Jungen draussen zu kalt.
Das Antilopenhaus ist für die Besucher geöffnet, allerdings sollte man etwas Geduld und Zeit mitbringen. Denn es kann immer wieder vorkommen, dass Nuru sich längere Zeit zurückzieht und fern der Besucheraugen in Ruhe seine Milch verdaut.
Seltene und heikle Tiere
Die Zucht der Okapis im Zoo Basel hat eine lange Geschichte mit vielen Unterbrüchen. 26 Geburten fanden bis heute statt. Zum 75-jährigen Jubiläum im Jahr 1949 erhielt der Zoo Basel einen Bullen aus der Epulu-Zuchtstation im damaligen Belgisch Kongo. In den Jahren 1955 und 1956 kamen weitere Tiere, und das erste Kalb wurde 1960 geboren. Nach recht erfolgreichen Jahren brach die Zucht wieder zusammen. Das letzte Kalb wurde 2005 geboren.
Da Okapis – die Waldgiraffen aus dem Kongo – recht heikel sind, braucht eine erfolgreiche Haltung und Zucht ein gutes Team. Nicht nur Bulle und Kuh müssen miteinander harmonieren, überaus wichtig ist auch der einfühlsame, sensible Umgang der Tierpfleger mit den anspruchsvollen Tieren.
